Dienstag, 25. Januar 2012

Morgen ist nun der Tag der Abschlussuntersuchung.

Ich bin ziemlich neugierig. Die schlimmsten Nebenwirkungen der letzten Chemo sind überstanden und es geht mir richtig gut. Ich kann meinen kleinen Haushalt wieder selbst versorgen, jedenfalls in dem Rahmen, wie vor der Krebserkrankung und hoffe, mich bald auch wieder um meine anderen “Zipperlein” kümmern zu können.

Die Augen müssen untersucht werden, die Zähne repariert und erneuert und für den Rücken sollte ich auch etwas tun. In welchem Rahmen ich jedoch was machen kann, weiß ich erst nach dem Arztgespräch im Februar. Denn ich muss da bei einigen Dingen die Medikamente berücksichtigen – deswegen konnte ich während der Chemotherapie auch nicht zum Zahnarzt. So werde ich mich mit einigen Entscheidungen noch gedulden müssen.

Und – um nicht zu vergessen, um mich selbst zu erinnern – eines Tages – hier ein aktuelles Foto von mir. Ich melde mich dann im Februar (nach dem 2.2.) wieder, mit dem Resultat des Abschlussgespräches.

alles glänzt, alles glitzert

Nika

18. Dezember 2011 – Sonntag, vierter Advent

In den letzten Tagen habe ich meine Wohnung auf und umgeräumt.

Irgendwie fängt ja ein völlig neues Leben an, da dürfen die äußeren Umstände ruhig dazu passen. Und ich könnte nur noch singend und tanzend durch die Gegend ziehen – wären da nicht meine Zipperlein, die schon vor dem Krebs da waren. So bin ich halt nur dreiviertel des Tages aktiv – und das ist schon richtig schön. Ich genieße die Zeit jetzt.

Versuchen auch Sie, Ihre Zeit zu genießen. Auch wenn Ihr Leben nicht bedroht ist – und wenn doch – na dann erst recht.

Ein frohes Fest wünsche ich all meinen Leser/innen – und ein Gutes neues Jahr…

Lassen Sie sich nicht ärgern.

Verstecken?

Gestern, bei der Chemo-Therapie, war die Wartezeit wieder einmal recht lang. Vor dem Arztzimmer sprach mich ein junger Mann aus, und wir unterhielten uns kurz. Ich wurde dann zum Arzt gerufen.
Da erst danach die Medikamente für die Chemo-Therapie in der hauseigenen Apotheke des Krankenhauses bestellt werden, war wieder Wartezeit vorprogrammiert. So konnte ich noch in Ruhe in die Cafeteria gehen und frühstücken.  Ich saß noch nicht lange da, als eben dieser junge Mann mit seiner Freundin kam und fragte, ob sie sich zu mir setzen könnten. Selbstverständlich,  war meine Antwort und wir nahmen unser Gespräch wieder auf. Er erzählte, dass er durch die Chemo Haarausfall befürchte – ich saß vor ihm mit meiner spiegelblanken Glatze und lachte ihn an.
“Warum?”, fragte ich ihn: “Bei Männern fällt das doch gar nicht auf. Es laufen so viele, gesunde Leute mit Glatze herum.”
“Ich möchte nicht, dass alle sehen, dass ich krank bin.”
“Das verstehe ich nicht.  Die Haare wachsen doch wieder. Und man sagt, sie würden dann sogar kräftiger und besser – was immer das auch heißen mag – als vorher.”
“Das wäre natürlich schön”, er zeigte auf seinen kreisrunden Haarausfall: “aber es ist mir trotzdem peinlich.”
Ich konnte es ihm nicht ausreden. Sicher, unsere Gesellschaft will kein Elend sehen. Das passt nicht in ihre heile Welt. Armut, Krankheit und Behinderung werden ausgegrenzt. Betteln und Hausieren verboten. Das Schild ist uralt aber nicht veraltet.  Daheim fiel mir dann ein – jetzt, vor Weihnachten, wird wieder verstärkt zu Spenden aufgerufen.
Bettler und Obdachlose erhalten Platzverweise – damit man sie bloß nicht sieht. Aber im Fernsehen kommen in der Werbung Bilder von verhungernden Menschen, Straßenkindern, Aids-Weisen, halbverendeten Tieren – wozu? Spendenaufrufe. Die Gesellschaft greift zum Portomonaie oder zur Online-Überweisung und dämpft fürsorglich ihr schlechtes Gewissen.
Und wir in Deutschland, die krank, behindert, arm und obdachlos sind, verstecken uns. Was für ein Dilemma.
Ich für meinen Teil werde mich nicht verstecken. Ich will kein Mitleid ist für mich kein Argument – warum nicht? Ich bin krank, verdammt noch mal. Und ich bin auch arm, weil meine Rente nicht reicht und ich vom Sozialamt das Geld bis Hartz IV aufgestockt bekomme. Als Frau hatte ich nun mal nur sehr niedrige Ansprüche für die Rente erworben – gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist da eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden – und so reicht die Erwerbsunfähigkeitsrente einfach nicht aus. Nichtsdestotrotz habe ich alles in Allem 11 Jahre meine Eltern gepflegt und ihr Leben gelebt, anstatt meines. Und jetzt soll ich das Mitleid scheuen? Mir eine Mütze, ein Kopftuch oder eine Perücke aufsetzen – so ein Billigding, dem man aus kilometerweiter Entfernung ansieht, dass es künstlich ist, weil ich ja nur das “Kassenmodell” erhalte und nichts dazu zahlen kann? Nein danke.
Ich werde der Gesellschaft meine Glatze nicht vorenthalten. Und das sollte jeder tun. Stolz seine Glatze zeigen, seine Behinderung, Armut oder Obdachlosigkeit. Den Kampf, den wir alle führen, dokumentieren und der Gesellschaft vor Augen führen. Denn, wie heißt es doch so schön – aus den Augen aus dem Sinn. Und wenn es erst nur zum Mitleid reicht – vielleicht spenden Sie dann auch für uns – in der Hoffnung, sich freizukaufen. Aber vielleicht werden auch einige Menschen nachdenklich. Und sehen, dass wir kein Randproblem sind, dass man ausgrenzen kann (klingt in meinen Ohren wie: “ausmerzen”). Sondern, dass wir Menschen sind, die oft wie Don Quichote gegen Windmühlenflügel kämpfen. Gegen Bürokratie, Ausgrenzung, Nichtbeachtung – gegen dieses Vakuum, in das man uns stecken möchte. Sie sollen uns zur Kenntnis nehmen! Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft! Oft eingeschränkt in unserer Leistungsfähigkeit – ja. Nicht dem herrschenden Schönheitsideal entsprechend – von der explosionsartigen Welle der Schönheitsoperationen ganz zu schweigen (von uns würde sich wohl niemand freiwillig noch mal unter das Messer legen, denke ich, schon gar nicht für solch einen Zweck). Aber wir sind da. Wir sind Menschen die Lachen und weinen können, die Gefühle haben.
Hallo Gesellschaft – wir sind nicht tot. Und wir sind kein Randproblem. Es gibt uns. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

31. Oktober 2011, Montag

Montag, nach der Zeitumstellung – also, zurück zur “Normalzeit”.

Davon hab ich nichts mitbekommen. Ich fühle mich noch immer schlapp – die Gliederschmerzen haben nachgelassen, ebenso die Schluckbeschwerden. Ich bin “nur” noch müde. Ich habe in den letzten Tagen fast nur geschlafen. Allerdings werden die Wachphasen  jetzt wieder länger, und ich hoffe, in ein oder zwei Tagen ist es für dieses Mal auch überstanden.

Noch immer glaube ich, die “geringen” Nebenwirkungen sind ein Preis der es Wert ist, bezahlt zu werden – wenn die Chemo anschlägt. Dazu werde ich genaueres wissen, wenn am 16.11. die Ulltraschall-Untersuchung gemacht wird.

Irgend ein gütiges Schicksal hat dafür gesorgt, dass ich mich ausschließlich um mich selber kümmern muss zur Zeit. Das heißt, ich kann mich einfach fallen lassen in dem Bewußtsein, das es anders wird. Ohne “schlechtes Gewissen” weil ich irgendetwas vernachlässige.

Und so ist auch meine Gemütsverfassung gut. Ich bin optimistisch und setze täglich einen Fuß vor den anderen. So geht es immer ein Stück weiter und jedes Stück nährt die Hoffnung auf Besserung.

Na, dann mach’s doch…

Immer häufiger ertappe ich mich, wie ich bei mir: “Na, dann mach’s doch” denke.
Erst kommt eine Idee – zum Beispiel, am liebsten würde ich jetzt eine Stunde schlafen – und dann folgt direkt – Na, dann mach’s doch.
Oder – die Bücher in dem Regal müßten mal wieder richtig sortiert werden…
Na dann mach’s doch.
Jetzt könnte ich was essen. Na, dann mach’s doch.
Die Schranken in meinem Kopf fallen. So viele Dinge, dich ich vor der Diagnose nicht einfach starten konnte, weil ich Rücksicht auf dieses oder jenes nehmen musste (wollte). So viele Dinge, bei denen ich die Folgen bedenken oder die Zeit zu kalkulieren hatte. All diese Schranken fallen plötzlich weg – ich lebe allein hier – und es ist völlig egal, ob ich um zwei. fünf oder sieben Uhr esse, um sechs, neun oder zwölf Uhr schlafe oder um drei oder vier Uhr bügele. Niemand, den ich störe, keine Termine, die dringend eingehalten werden müssen, kein Druck, etwas fertig zu bekommen – auch eine Art von Freiheit?
Ich denke, hier spielt der “Point of View” wieder ein wichtige Rolle – ich habe früher sehr oft daran gedacht, wie es wäre – ohne “müssen” zu leben, ohne Termindruck. Jetzt lebe ich so – und es hat ein wenig gedauert, ehe es mir aufgefallen ist.
Merkwürdig fühlt es sich schon an. Einfach so etwas tun zu können, ohne vorher einen Blick auf die Uhr zu werfen und zu prüfen, ob denn die Zeit dafür vorhanden ist.
Dann könnte ich jetzt eigentlich noch ein wenig in meinem aktuellen Buch lesen.
Na, dann mach’s doch.

Sonntag, 18. September 2011

Und wieder eine schlimme Nacht – obwohl ich zwei Mal eine Stunde schlafen konnte.

Der Schmerzlevel ist ein wenig gesunken, aber da mir der ständige, direkte Vergleich fehlt, hilft mir das nicht viel.

Mittags trinke ich eine Tasse Hühnerbrühe und esse ein trockenes Toast dazu.

Ich wandere seit Tagen zwischen Sofa und Bett hin und her, weil ich nirgens halbwegs schmerzfrei sitzen, liegen oder stehen kann.

Am Abend ist die Angst vor einem Darmverschluss, wie ihn ja mein Vater vor zwei Monaten hatte, weiter gewachsen und ich entschließe mich zu einem Zäpfchen.

Der Erfolg ist mäßig, aber im Vergleich zu vorgestern geht es mir noch ein wenig besser, obwohl ich nur aus Schmerz zu bestehen scheine.

Morgen werde ich mit dem Arzt sprechen – ich hoffe, er weiss eine Lösung.

Stille Tage

Ich habe in den letzten Tagen keinen Artikel veröffentlicht, weil mir so viel in Kraut und Rüben durch den Kopf gegangen ist, dass ich es nicht in eine sinnvolle Form hätte bringen können. Einiges erschien mir so abstrus, dass ich es gleich wieder verworfen habe – dann kam der “Aha-Gedanke” – als mir einfiel, der Krebs nimmt mir die Zukunft. Also ist Zukunft gleichbedeutend mit Leben?
Aber das war mir ja schon beim Thema Planung eingefallen und hätte letztendlich nur eine Wiederholung bedeutet. Allerdings spielt diese “fehlende Zukunft” in der Gegenwart eine enorme Rolle, die mir erst nach und nach so richtig auffällt. Tagträume, in die ich mich tröstend flüchten konnte, fehlen. Es wird alles gut – dieser Satz hat keine Gültigkeit mehr. Obwohl nur eine Floskel, hat sich doch noch im kleinsten Hauch einer Silbe eine gewisse Beruhigung versteckt, wenn man den Satz hörte. Außerdem erinnert er mich an meine Kindheit – wenn ich verletzt war oder gekränkt, wurde ich umarmt und in die leichte, wiegende Bewegung hinein flüsterte es – Alles wird gut.

Die Zukunft macht sich jetzt im Begriff “Warten” breit. Denn hier liegt noch eine Zukunft. Eine kleine sozusagen. Ich warte – auf den nächsten Arzttermin – darauf, dass die Schmerzen nachlassen, darauf, dass ich einschlafen kann – darauf, wie mir die Chemotherapie bekommt, auf den Abend, damit ich dann auf den Morgen warten kann. Auf Entscheidungen von Ämtern warten ist genauso schlimm – aber, im Anschluss an diese “erwarteten Termine” ändert sich immer etwas.  Die Spannung – wenn der Termin näher rückt, die Enttäuschung, wenn er da ist. Dann das Suchen, nach dem nächsten Haltepunkt.
Viele meiner Überlegungen kamen mir auch albern vor – oder peinlich. Jedenfalls wollte ich das nicht in einem Artikel verarbeitet wissen. Das jedoch erschien mir nicht fair denjenigen gegenüber, die diesen Blog lesen. So gibt es Notizen hierzu, die ich in Ruhe aufarbeiten werde.
Und mir ist eingefallen, was ich noch tun sollte – falls jemand diesen Blog verfolgt – ich werde einen “Tagesbereich” einrichten – indem ich  – möglichst wertfrei, Termine und Geschehnisse festhalte – um die Chronologie zu gewährleisten.
Denn Gedanken, die ich hier oft zu kleinen Abschnitten verarbeite, gären mitunter wochenlang, ehe sie an die Oberfläche gelangen und sich von mir sezieren lassen.Und erst dann kann ich sie zu Papier – respektive in den Blog bringen.

Es gibt erfolreiche Tage

Ein rundum angenehmer Tag.
Das Versorgungsamt hat aufgrund meines Widerspruchs entschieden, dass ich nun doch die Vorraussetzungen für das Merkzeichen “G” im Behindertenausweis erfülle – und man wird meiner Heimatstadt empfehlen, meinem Widerspruch schnellstmöglich abzuhelfen.
Das heißt, die ergänzende Grundsicherung wird um 61 Euro angehoben – das reicht, um das kleine Autochen zu bezahlen, dass hier noch vor der Tür steht. Die nächsten 14 Monate werde ich also mobil bleiben (wenn nichts dazwischen kommt, wie bei jedem anderen auch)
Desweiteren hat das Gesundheitsamt entschieden, dass mir ein Umzug vorerst und bis auf weiteres nicht zuzumuten ist, das bedeutet, ich darf in meinem Häuschen bleiben und bekomme die volle Miete angerechnet.
Im Krankenhaus wurde heute ein EKG gemacht und Blut entnommen, weil ich am Mittwoch früh einen “Port” implantiert bekomme, damit ein ständiger Zugang für die Blutentnahme und die Aufnahme der Chemotherapie gewährleistet ist. Und wenn das soweit verheilt ist, geht es los – mit dem Abenteuer Chemotherapie.
Aber heute ist erst mal ein wunderbarer Tag.

Es wird “ernst”…

Gestern hatte ich ein Arztgespräch in Vorbereitung auf die Chemotherapie. Ich glaube, der Arzt dachte, ich nähme die Sache nicht ernst – er betonte mehrfach, dass das schon eine “richtige” Chemotherapie sei, bei der man mit ALLEN Nebenwirkungen rechnen müsse.
Das bedeutet – der Körper könnte allergische Reaktionen produzieren, weil er weder das Platin noch den Wirkstoff der Eibe will – aber man würde mich “überwachen”. Ich muss damit rechnen, dass meine Immunabwehr nicht mehr funktioniert – das ist besonders gut, da ich seit Geburt unter Asthma leide, mir eine COPD zusätzlich eingefangen habe – und seit der Diagnose Krebs auch wieder rauche. Ein Viruslein (oder ist es ein Bakterium?)  – und ich habe die schönste Lungenentzündung – die dann, unter Umständen, meine letzte ist – und da behaupte noch jemand, ich stürbe an Krebs.
Desweiteren werde ich meine Haare verlieren – da habe ich vorgesorgt, ich hab sie schon jetzt streichholzkurz schneiden lassen, dann fällt das nicht so auf. Ich habe nicht vor, mit einer Perrücke durch die Gegend zu laufen (aber wer weiss, vllt. ändere ich ja meine Meinung noch einmal).
Die Übelkeit und das Erbrechen werden kommen. Das weiss ich noch von meiner ersten Chemotherapie – aber hier gibt es – außer den Chemiebomben, die man schon im Krankenhaus dagegen bekommt, ja ein probates Naturheilmittel. Das macht mir am wenigsten Angst – da weiss ich, was ich tun kann.
Angst habe ich vor der Blutbildveränderung, der geschwächten Immunabwehr und den Auswirkungen auf meinen Kopf – was den “Denkapparat” betrifft. Konzentrationsstörungen gibt es schon jetzt – ich habe wirklich die Befürchtung, das könnte schlimmer werden. Und auf mein “Köpfchen” war ich immer stolz – das präsentierte mir noch in den unmöglichsten Situationen eine Lösung – und sorgte immer dafür, dass ich mir die Welt zur Not “schöndenken” konnte.
Und das soll jetzt alles vorbei sein?
Montag, den 29. August 2011 bekomme ich im Krankenhaus einen “Port” eingesetzt. Bei meinen schlechten Venen bietet sich solch ein Zugang an, da mir andauernd Blut abgenommen werden wird (Kontrolle) und auch die Chemo irgendwie in den Blutkreislauf gelangen muss. Wenn dieser Port “installiert” und die Wunde “soweit verheilt” ist – dann, ja dann beginnt die Chemo.
Nächste Woche. Das ist dann schon September. Im Mai wurde beim CT die Metastasenbesiedelung festgestellt… Und es war immer alles so eilig…
Kinder wie die Zeit vergeht …

Ob ich traurig war? Oder verzweifelt?

Ob ich traurig war – oder verzweifelt?

Ich weiß es nicht.
Die Diagnose war ein Schock – und ich bin nicht so sicher, ob ich nicht noch in diesem Schock-Zustand bin.
Denn mir fehlt jegliche Verzweiflung oder Traurigkeit.
Ja, ich habe geweint – habe bittere Tränen vergossen, und zwar immer dann, wenn ich an meine „Lieben“ gedacht habe, an die Menschen denen ich fehlen werde. Sie sind es, die leiden müssen.     (siehe hierzu: Memento )
Der Tod gehört zum Leben – sagt man. Sagt man so dahin.
Man sagt nicht, er ist das Ende. Man sagt, er gehört dazu – ist ein Teil des Lebens.
Ein Stück davon.
Das Leben ist in viele Abschnitte geteilt – wenn ein Kapitel zu Ende geht, fängt ein anderes an. Die Kindergartenzeit ist vorbei – die Schulzeit beginnt – die Schulzeit ist vorbei – die Lehrzeit fängt an – die Lehrzeit ist vorbei – die Gesellenzeit beginnt … das könnte ich jetzt endlos fortführen. Nicht ganz so präzise aber mit der gleichen Intention sagt man:“Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“
Das bedeutet aber auch – wenn das Leben endet – fängt etwas Neues an.
Was da beginnt, das wissen wir nicht – weil noch niemand zurückgekommen ist, um davon zu berichteten.
Früher (damals) neigte ich dazu, an die Reinkarnation zu glauben. Ich dachte, das sei damit gemeint, wenn man von einem Neuanfang nach dem Lebensende sprach.
Jetzt bin ich einfach nur neugierig auf das, was da kommen soll.